Immer neu und doch gleich

Wiedererkennung mit System- und Leichtbau

Gwen Kaufmann, m+a - Freitag, 22. Februar 2019    

Wiedererkennung mit System- und Leichtbau

Der Farbcode ist stringent durchdekliniert – gleich, ob es nach Frankfurt auf die ISH mit 1.290 Quadratmetern, nach Nürnberg auf die IFH mit 462 Quadratmetern oder ins europäische Ausland nach Frankreich oder in die Türkei geht: Petrolfarbene Wände stehen auf den Ständen des Sanitär-Spezialisten Geberit für Laufwege, Türkise dienen der Produktpräsentation. So stellt Grigat und Neu Internationaler Messebau, Darmstadt, Wiedererkennung und Orientierung auch bei sich ändernden Grundrissen basierend auf dem Ursprungskonzept zuverlässig sicher. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe bei Auftritten für die gesamte Unternehmensgruppe.

Realisiert werden die Stände mit dem Messewandsystem G40 von Gilnhammer, Maitenbeth. Die Wahl fiel auf dieses System, da es nicht nur vielseitig, sondern zudem simpel in der Handhabung, gleichzeitig leicht und stabil ist. Der Transport ist durch die bündig eingebauten Beschläge der Türelemente besonders platzsparend, da sich auch diese Komponenten problemlos stapeln lassen. Diese Faktoren spielen für den Aussteller eine große Rolle, denn der Schweizer Geberit-Konzern hat sich Nachhaltigkeit im Quadrat auf die Fahnen geschrieben. Jedes Element muss also eine Vielzahl an Einsätzen mitmachen, ein Minimum von acht Verwendungen wird erwartet, viele Elemente sind aber weitaus länger und öfter in Gebrauch. Das erreicht das hessische Messebauunternehmen unter anderem durch eine vorausschauende Planung: Jedes Wandelement wird mit zwei Gesichtern in unterschiedlichen Nuancen aus dem vorgegebenen Farbkonzept ausgestattet, so dass beide Seiten als Front verwendet werden können. Sollte eine Seite beschädigt sein, kann die andere weiterhin zum Einsatz kommen. Gelebte Nachhaltigkeit, die sich realisieren lässt, da das Gilnhammer-System die dafür notwendige alternierende Ausrichtung ermöglicht.

Ebenfalls konsequent konsistent werden die Geberit-Produkte auf dem Stand präsentiert: Die Technik wird innerhalb der Wand gezeigt, die Keramik auf der Wand. Ganz so, wie es im eingebauten Zustand auch ist – mit dem Unterschied, dass die Technik zu Messezwecken in besonders ausgeleuchteten Alkoven natürlich gut sichtbar ist. Einzelne Wandelemente werden dafür mit Ausschnitten für Regale und Exponatschaufenster versehen – alles im Systembau. Zur Beleuchtung der Ausstellungsexponate dienen Deckenboxen, die in die Holz-Leichtbauwände eingehängt werden. Dank Systembau kann der Grundriss immer wieder angepasst werden, um neue Produkte besonders hervorzuheben – je nach Bedarf auch unter Einbindung von Doppelstock.

Während bei Geberit herkömmliche Stahlkonstruktionen nahtlos im Systembau verkleidet werden, kommt bei KSB, Frankenthal, das Doppelstock-System Syma-Cubic zum Einsatz. Für den Auftritt auf der diesjährigen Ifat (4. bis 8. Mai, Messe München) galt es auf kompakten 40 Quadratmetern genügend Raum für die Präsentation der Produkte sowie Kommunikation zu schaffen. Messebau Schnaitt, Bergheim, entwickelte für den Anbieter von Pumpen, Armaturen und zugehörigen Serviceleistungen ein Design, das in klaren Linien und hellem Weiß die Produkte wie die neuen Riesenpumpen für den Abwassertransport der Baureihe Sewatec in den Vordergrund rückt und im partiellen Obergeschoss die Möglichkeit für vertiefende Gespräche schafft. Gebaut wurde der Stand mit System-Elementen von Syma, Hilden, wobei die 90 Grad Drehung der Treppe ins Obergeschoss des Doppelstock-Standes sowie die glatte homogene weiße Glasoberfläche die besondere Herausforderung bei der Konstruktion darstellt. Bisher ist der System-Stand auf vier Veranstaltungen innerhalb Deutschlands zum Einsatz gekommen und war dank der Doppelstock-Bauhöhe versehen mit hinterleuchteten Außenwänden ein weithin gut sichtbarer Hingucker.

Hohe Wände liegen auch ohne Doppelstock im Trend. Mit Octauniversal bietet Octanorm, Filderstadt, eine Lösung für freistehende Wände mit einer Höhe von bis zu sechs Metern, die bei Bedarf direkt an der Standkante verbaut werden können – und zwar ohne, dass ein Nachweis der Statik eingeholt werden muss. Das System verfügt bereits über eine nachgewiesene Standsicherheit durch einen staatlich anerkannten Prüfingenieur. Gewährleistet wird diese durch eine patentierte Schlüsselloch-Bolzen Verbindung. Octauniversal ist vollständig kompatibel mit Maxima 80, kann aber auch mit anderen Octanorm-Systemen kombiniert werden.

Dass hohe Wände für Aufmerksamkeit sorgen, macht sich der US-amerikanische Fahrradhersteller Trek auf den Fahrradmessen im Benelux-Raum und Frankreich zu Nutze. Besondere Dynamik erzeugt die Branding-Agentur Frameworks, Dessel/Belgien, die das Konzept gestaltet hat, durch die Kumulation in 90-Grad Kurven. Paneele in hochglänzendem Weiß mit roten Akzenten sorgen für ein homogenes Bild, aufgebrochen mit überlebensgroßen emotionalen Szenen der Fahrradmodelle im Einsatz. Da der Erhalt der Natur für den Hersteller ein Anliegen ist, werden die Auftritte auf Messen wie der Vélofollies auf der Kortrijk Xpo, Bikemotion in Utrecht oder den Pro Days im Parc Floral de Paris mit wiederverwendbaren Omni-55 Rahmen von Aluvision, Deinze/Belgien, gebaut. Neben der Nachhaltigkeit stellt der wiederholte Materialeinsatz außerdem ein zentrales Markenziel sicher: die Wiedererkennbarkeit.

Die Wiedererkennbarkeit steht auch für die Marke für Wurzelbehandlungen VDW, München, im Vordergrund. Jährlich sind die Experten für Endodontie auf 14 europaweiten Messen mit Standgrößen von zwölf bis 60 Quadratmetern unterwegs – bis 2018 mit konventionell kaschiertem Wandbau. Bei der Realisierung der geschwungenen Wandform stellte die Kaschierung an den konkaven und konvexen Wandabwicklungen jedoch immer wieder aufs Neue eine optische und kostenintensive Herausforderung dar. Das bayerische Unternehmen entschied sich deshalb gemeinsam mit seiner Agentur Spacewood, Frankfurt, für den Umstieg auf Systembau. Zum Einsatz kommt nun das System Mezzo Light, bespannt mit bedrucktem Textil. Dieses lässt sich je nach Einsatzort und Zielgruppe austauschen und dennoch präzise Stoß an Stoß aneinanderfügen. Der Umstieg von konventionellem auf Systembau hat – entgegen des vielfach herrschenden Vorurteils – für VDW nicht zu einer Einschränkung der Möglichkeiten geführt, sondern im Gegenteil die Umsetzung der gewünschten Optik verbessert.

Bannerfoto: KSB


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