BRAND NEW future

Räume für Zukunft I

BRAND NEW, Sandra Gawlowski - Donnerstag, 28. Februar 2019    


Aktuell beschäftigt die Zukunft nicht nur unsere Gemüter, sondern auch Menschen und Institutionen weltweit. Sie alle haben verschiedene Annäherungsstrategien, versuchen das Thema individuell zu vermitteln und im besten Fall im Dialog sichtbar zu machen. Aber wie genau können und wollen wir künftig leben? Und welchen Herausforderungen werden wir in Zukunft gegenüberstehen? Diesen und vielen anderen Fragen nach dem futuristischen Morgen stellen sich Menschen weltweit. Wie also das Thema Zukunft zugänglich machen? In den drei Großstädten Berlin, London und Dubai stellen sich dieser Herausforderung nun drei Ausstellungshäuser mit ihren ganz eigenen Konzepten.

Futurium, Berlin

Zwischen Reichstag und Hauptbahnhof wird dieses Frühjahr das Futurium eröffnen, dessen moderne skulpturale Formgebung es zum Architekturexoten inmitten des Regierungsviertels macht. Als Initiative der Bundesregierung mit Organisationen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Kunst soll es Raum für spannende Diskurse, Ideen und Visionen rund um die Zukunft bieten. Dabei ist es alles andere als ein Museum im traditionellen Sinne mit Sammlungen von Artefakten, die nur begutachtet werden dürfen. Vielmehr wird es zum Zukunftsforum und Zukunftslabor, das die Gesellschaft abholt und sie in die Forschung und Entwicklung von Zukunftsprototypen einbezieht. Hoffnungen, Wünsche, Ängste – das Futurium hat es sich auf seine futuristische Flagge geschrieben, die Bedürfnisse der Menschen zu berücksichtigen und ihnen Mitbestimmung zu gewähren, um gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten. Genauso will es auch als Podium fungieren, um einer künstlerischen Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen ebenfalls eine Bühne zu bieten. Im Futurium Lab ist zudem Mitmachen angesagt: In der Erfinderwerkstatt des Zentrums für Zukunftsgestaltung sollen Besucher selbst in Aktion treten, mit dem Lasercutter werkeln und mit dem 3D-Drucker produzieren, experimentieren und modifizieren – Anfassen ist nicht nur gestattet, sondern ausdrücklich erbeten. „Wir sind Ausstellung, Labor, Debattenraum und auch Bühne“, erläutert Stefan Brandt. Der promovierte Musikwissenschaftler über­nahm 2017 die Leitung des Futuriums mit dem Ziel, alle Interessierten unter einem Dach zusammenzubringen. Eine Formulierung verwendet er dabei immer wieder: Haus der Zukünfte: „Wir gehen nicht davon aus, dass es nur eine Zukunft gibt, die unabweisbar auf uns zurollt, sondern dass viele unterschiedliche Visionen bestehen, über die wir uns austauschen sollten.“

Auf drei Etagen und rund 3.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche gewährt das Zentrum für Zukunftsgestaltung aber nicht nur faszinierende Einblicke in die Welt von morgen, sondern verkörpert selbst ein visionäres Raumkonzept mit Nachhaltigkeitsanspruch: Die Fassade besteht aus über 8.000 Kassettenelementen aus keramisch bedrucktem Gussglas, das Dach dient als Regenwasserschale, die das Wasser in eine Zisterne leitet, um es für die Gebäudekühlung einzusetzen. Zudem deckt das Haus den Großteil seines Energiebedarfs aus Sonnenlicht. Ästhetische Gestaltung trifft auf Nachhaltig­keit, faktisches Wissen auf bunte Fantasie, der Professor auf das Kindergartenkind, das große „Wie?“ auf das noch größere „So!“: Das Ziel des Futuriums ist es, Forschung und Gesellschaft zusammenzubringen, denn schließlich ist es die Aufgabe jedes einzelnen Individuums, als engagiertes Teil des Gemeinschaftsgefüges eine Zukunft zu gestalten, die für jeden Beteiligten lebbar ist. „Mit dem Futurium werden wir Optionen der Zukunft begegnen, Fragen an sie stellen, Ideen für ihre Gestaltung entwickeln und uns austauschen – denn wir alle haben Fragen an die Zukunft und entwerfen Zukunftsszenarien, um im Heute klug für das Morgen zu handeln“, bekräftigt auch Matthias Kleiner, Mitglied des Aufsichtsrats.

Gestaltung:

Richter Musikowski GmbH, Berlin www.richtermusikowski.com

Auftraggeber:

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Berlin www.bundesimmobilien.de

Nutzer:

Futurium gGmbH, Berlin www.futurium.de

Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin www.bmbf.de

Wollen Sie mehr über die Zukunft der räumlichen Markenkommunikation erfahren? Bestellen Sie sich Ihr Exemplar per mail: joerg.jaehne@dfv.de.

Bannerfoto: Schnepp-Renou


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