Palmberg auf der Orgatec

Pappbecher und Maschendrahtzaun

Annika Dammann, m+a - Donnerstag, 10. Januar 2019    


Unter dem Motto „Raum für neue Zeiten“ präsentierte sich der Büromöbelhersteller in Köln mit einem Messestand, der mit seiner ungewöhnlichen Fassade aus 75.000 weißen Bechern für Aufmerksamkeit sorgte.

Häufig sind es die einfachen Ideen, die überzeugen. Auch beim Auftritt des Unternehmens Palmberg, Schönberg, auf der Orgatec in Köln bestätigte sich dieses Prinzip. Der Hersteller von Büroeinrichtungen wollte sich mit einem originellen und kreativen Showroom auf der Messe präsentieren; Palmberg wollte begeistern, auffallen und in Erinnerung bleiben. Keine leichte Aufgabe, trifft sich doch in Köln alle zwei Jahre die geballte Designkompetenz der Möbelindustrie. Mit dieser Zielsetzung entwickelte die Agentur Voss + Fischer, Frankfurt ein Konzept (Messebau: Isinger + Merz), das Alltagsgegenstände in einen neuen Kontext rückt und dabei aus Street Art und urbanem Leben zitiert – und zwar mithilfe von Maschendrahtzaun und Pappbechern. Aus diesen für einen Messestand eher ungewöhnlichen Materialien wurde eine dynamische Fassade entwickelt, die als Eyecatcher diente und für einen Wow-Effekt der Besucher sorgte. Ein handelsüblicher schwarzer Maschendrahtzaun – eingespannt in einzelne Rahmenelemente – wurde zum tragenden Element, die darin eingesteckten weißen Pappbecher machten daraus ein visuelles Konzept. Insgesamt kamen 75.000 Becher für die Fassade zum Einsatz. Eine beträchtliche Zahl, wenn man überlegt, dass sie für ihren Einsatz auf dem Messestand erst tauglich gemacht werden mussten: In reiner Handarbeit wurden die Becher mit Brandschutz ausgerüstet, anschließend getrocknet, dann gesteckt und untereinander befestigt. Eine lohnenswerte Arbeit, fanden die Kreativen, wollten sie doch die hauptsächlich aus dem Bereich Gestaltung kommenden Besucher durch ein haptisches Erlebnis abholen.

Die leicht versetzte Anordnung der Gitterelemente und die Materialität der Becher sorgten für eine enorme Dynamik. Unterstützt wurde diese durch eine gezielte Beleuchtung der Außenfassade: Weißes Auflicht ließ die Becher funkeln. „Von außen wirkten die Becher der Fassade fast wie LED-Punkte“, beschreibt Claus Fischer, Geschäftsführer von Voss + Fischer, die Wirkung. Auf der Innenseite wurde hingegen bewusst darauf verzichtet: „Für den Besucher auf dem Stand rückte dieser Effekt in den Hintergrund, und die farbenfrohen Produktpräsentationen wurden zum gewünschten Eyecatcher.“

Im Innenraum wurde der Fokus ganz klar auf die Produkte gelegt: Eingebettet in das schwarz-weiße Farbkonzept der Architektur setzten sich die Möbel kontrastreich vor dem Hintergrund ab – sie wurden auch mithilfe des jeweiligen Scheinwerferlichts zum gewünschten Hingucker. Auf insgesamt 1.400 Quadratmetern Markenraum präsentierten die Schönberger neben innovativen Lösungen für Flächeneffizienz und Lärmreduktion im Bereich von Klein- und Großraumbüros neue Konferenzsysteme und Oberflächen sowie Produkte für Pausen- und Kommunikationszonen und das flexible Arbeiten in unterschiedlichen Umgebungen.

Zentral auf der Ausstellungsfläche gelegen befand sich der Hospitality Bereich: der soziale Treffpunkt des Messestands. Die mittige Lage sorgte für eine enge Verbindung zwischen Kunde und Auftraggeber und erzeugte Nahbarkeit. Zudem bot die leicht erhöhte Position – gleich einer Aussichtsplattform – einen Überblick auf den gesamten Raum. Die Pappbecher, die – pixelförmig, wie eine digitale Cloud – den Messestand umgaben, wurden hier gestalterisch aufgegriffen: Runde, weiße Deckenabsorber sorgten im Hospitality-Bereich für eine angenehme Akustik und griffen den gestalterischen roten Faden auf.

Uwe Blaumann, Geschäftsführer von Palmberg, zog nach Ende der Messe ein positives Fazit: Dem Wunsch des Ausstellers formal aufzufallen und zu begeistern war Rechnung getragen worden. „Der Stand entwickelte sich nicht nur zur Pilgerstätte, sondern wurde auch eine der meistfotografierten Unternehmenspräsentationen auf der Messe.“ Auch Bereichsleiter Marketing Christoffer Süß zeigte sich von dem Auftritt und der Umsetzung begeistert: „Das Team hat großartig gearbeitet, und wir haben sehr viele positive Reaktionen für Idee und Umsetzung bekommen. Für mich persönlich hat ein Messeaufbau noch nie so reibungslos geklappt und ein Stand so viel Lob erhalten.“

PALMBERG

 

Viel Wert wurde bei der Umsetzung auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit gelegt. Im Sinne der Inklusion wurden relevante Bereiche des Standes mit tatkräftiger Unterstützung einer Behindertenwerkstatt der Stiftung Mensch realisiert. Zudem entstand der Markenauftritt als maximal möglicher Leichtbau: Zusammengesetzt aus Maschendraht, Holzrahmen und Papierbechern für die Fassade, sowie Messebausystemen für den Innenbereich waren die Materialien zum großen Teil wiederverwertbar und recyclingfähig. Ein weiterer Einsatz der Fassade ist zudem geplant, für Palmberg selbst sowie für dessen Kunden aus dem Fachhandel.

Alle Fotos: Andreas Keller für Voss + Fischer


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