BRAND NEW future

Räume für Zukunft II

BRAND NEW, Sandra Gawlowski - Freitag, 8. März 2019    

Räume für Zukunft II

Wie genau können und wollen wir künftig leben? Ist es Fluch oder eher Segen, der mit voranschreitenden Entwicklungen einhergeht? Und welchen Herausforderungen werden wir in Zukunft gegenüberstehen? Diesen und vielen anderen Fragen nach dem futuristischen Morgen stellen sich Menschen weltweit. Wie also das Thema Zukunft zugänglich machen? In den drei Großstädten Berlin, London und Dubai stellen sich dieser Herausforderung nun drei Ausstellungshäuser mit ihren ganz eigenen Konzepten.

Museum of the future, Dubai

Seit 2013 organisiert Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen elementaren Weltregierungsgipfel, der den Austausch fördern und tiefergehende Diskurse zum Thema Technologieentwicklung und Zukunftsbestimmungen unseres Planeten ermöglichen soll: der World Government Summit. Der Fokus des Kongresses liegt dabei auf den Schwerpunkten technologiefähige Regierungsdienste, Gesundheitswesen, Klimawandel und Ernährungssicherheit. Wissen und Erkenntnisse, die in den vergangenen Jahren bei diesen relevanten Treffen erlangt worden sind, bilden die Basis für das „Museum der Zukunft“, das Ende 2019 in Dubai eröffnet werden soll. In der Ausstellung werden dann Thematiken wie Bildung von morgen, Gesundheitsversorgung, intelligente Städte (Stichwort „Smart City“) ebenso im Fokus stehen wie Fragen zum künftigen Transport oder zur Beschaffenheit staatlicher Dienste. Das Sujet soll voll und ganz erfasst und die Schau nebenbei die größte Ausstellung weltweit zum Thema Zukunft werden.

Doch das „Museum of the Future“ ist mehr als ein herkömmlicher Ausstellungsraum für technologisch interessante Exponate – der gigantische Komplex wird auch ein sogenannter Inkubator für Innovationen und Erfindungen sein: eine Brut- und Sammelstelle für neue Ideen und Ansätze, die das urbane Leben der Zukunft skizzieren. Unter dem Motto „See the future, create the future“ können junge Talente hier an ihren Visionen tüfteln, mit Aufsteigern kooperieren und durch vereinte Kraft neue, bahnbrechende Ideen generieren. Das Ziel Dubais? Kein minderes, als auf dem Olymp, nein auf dem Burj Khalifa, zu sitzen und als der internationale Hotspot für die besten Innovatoren, Designer und Ingenieure zu gelten. Sitzen die größten Koryphäen aus dem Bereich Design und Wissenschaft erst einmal unter dem Dach des Zukunftsmuseums, ist der Titel „Innovativste Stadt der Welt“ zum Greifen nahe.

Dementsprechend übertrifft sich Dubai, das Fleckchen Erde der Superlative, auch mit dem Bau seines Zukunftsmuseums mal wieder selbst: Anvisiert ist ein komplett ovales Bauwerk, das mit Robotern und anderen technologischen Erfindungen gefüllt wird. Was nach Science-Fiction klingt, ist bald das komplexeste Gebäude der Welt, das mitten in Dubai stehen, eine neue Ära einläuten und damit bald schon Geschichte schreiben wird: Als höchst kompliziertes Projekt, das nicht nur neue Maßstäbe bezüglich des generellen Verständnisses setzt, welche Parameter ein Museum zu einem Museum machen, sondern auch in architektonischer Hinsicht – schließlich bildet das ovale Bauwerk einen starken Kontrast zu den sonst in die Höhe ragenden Wolkenkratzern. Aber das Runde hat durchaus seine Daseinsberechtigung: Im Feng Shui symbolisiert es nicht nur die fruchtbaren Felder der Erde, sondern auch die schier grenzenlose Fantasie des Himmels. Und es steht im weiteren Sinne auch für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – so schließt sich der Kreis. Mit einem offenen Zentrum, das den ansässigen Architekten von Killa Architectural Design zufolge für das Unbekannte steht, wirkt das Gebäude wie ein gigantisches und über der Stadt immerzu wachendes Auge. Dabei zieren Metaphern, Kunst und Poesie von Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum, Vizepräsident und Premierminister der VAE sowie Herrscher von Dubai, in kalligrafischer Form die komplette Außenfassade des Gebäudes. De facto handelt es sich bei diesen „Beschriftungen“ sogar um Fenster, die für eine dynamische Kombination aus Kunst und Funktionalität sorgen und die durch Form und Größe zum Glück nur einen Bruchteil der heißen Sonne ins Innere des Museums lassen.

Gestaltung:

Killa Architectural Design, Dubai (Architektur)

 

Tellart LLC, Providence (World Government Summit)

Auftraggeber:

Dubai Future Foundation, Dubai

 
 

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Alle Fotos: Museum of the Future / Dubai Future Foundation, Dubai


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