Gezielte Indiskretion

Unterschiedliche Interessen bei Planungsvorbereitung für neue Messehalle in Hamburg

Christiane Appel, m+a - Mittwoch, 15. Mai 2019    


„Alles streng geheim“, schrieb das „Hamburger Abendblatt“ und posaunte aus, was „geheim“ bleiben respektive zu wissen zuerst einer bestimmten Zielgruppe vorbehalten sein sollte: dem Aufsichtsrat der Hamburg Messe und Congress. Der tagt im Juni und sollte sich damit auseinandersetzen zu entscheiden, eine neue Messehalle erst einmal zu planen – Internorga, SMM und andere brauchen mehr Raum. Sie sollte drum im Interesse des Unternehmens der Freien und Hansestadt Hamburg sein. Rund 8.000 Quadratmeter soll sie haben und, wenn sie als Messehalle nicht gebraucht wird, multifunktional zu nutzen sein. Von Baubeschluss kann keine Rede sein, so lange die Kosten nicht feststehen. Also soll sich das Aufsichtsgremium nächsten Monat lediglich committen, die Planungen voranzutreiben, so jedenfalls die Vorstellungen derer, die die AR-Vorlage erstellten.

Aber wie das manchmal so ist mit solchen geheimen Papieren – auf verschlungenen (besser: gut verdeckten) Wegen werden sie von interessierter Seite durchgestochen. Das „Hamburger Abendblatt“ kam in den Genuss des Scoops – und seitdem schmücken alle anderen Hamburger Medien die Geschichte aus und schreiben sie munter weiter. Von Messehalle ist inzwischen längst nicht mehr die Rede. Jetzt wird fröhlich spekuliert, es geht fast nur noch um Konzerte und Sport – das ureigenste Metier der Messegesellschaft nicht.

Wem das ganze Theater nutzt? Der Messe Hamburg eher nicht. Überhaupt scheint es aktuell eher Verlierer zu geben, die Geschichte droht, kurz vor den Bezirkswahlen Ende Mai, ins Negative zu drehen.

Mit den Worten „Der Plan ist spektakulär“, war das Hamburger Abendblatt in seine Geschichte eingestiegen. Jetzt dürfte der erst einmal spektakulär ausgehebelt worden sein.

Foto: HMC / H. G. Esch, Ingenhoven Architects


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