Auslandsengagement II

Auslandsengagement II

Förderung ist Schlüssel zum Export

Um als global agierende Firma Nähe zu Kunden aufbauen zu können, ist die Beteiligung auf Auslandmessen unabkömmlich. Der Bund fördert deutsche Aussteller durch sein Auslandsmesseprogramm. Diese Auslandsmessebeteiligungen machen eine Präsentation „abroad“ einfach, wie Andreas Becker, Geschäftsführer von Ephy Mess, Wiesbaden, nur bestätigen kann. „Reise buchen, Koffer packen und dann nur noch den Stand beziehen“, beschreibt er kurz das Procedere, wenn er für eine Auslandsmesse die Beteiligung des Bundes nutzt und sich auf einem deutschen Gemeinschaftsstand einbucht. Trotz einiger Vorteile für ausstellende Unternehmen, findet Becker: Die Fördermittel genügen nicht. Für ihn haben Auslandmessen hohe Priorität, dennoch sieht er auch Schwächen bei der Förderung.

„Wenn wir vergessen, die Industrie zu fördern, verbauen wir uns die Zukunft“, sagt Becker, der auch Vizepräsident des Verbandes der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) ist. „Die Zuschüsse des Bundesministeriums für Wirtschaft sind grundsätzlich immer nur anteilig, so dass in der Regel 75 bis 80 Prozent aller Kosten selbst getragen werden müssen“, so der Geschäftsführer, der zuletzt auf der Apta Expo in Atlanta für die Dienste und Produkte von Ephy Mess geworben hat. Natürlich sei der deutsche Mittelstand „grundsätzlich erst einmal sehr dankbar“ für das vielfältige Förderangebot von Auslandsmessen, dies unterstütze die unternehmerischen Bemühungen neue Märkte zu erschließen.

Dennoch will der Unternehmer mehr Förderung, der Auma, Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, kämpft für eine Aufstockung des Etats, der sich gerade rückwärts entwickelt, der allgemeinen Teuerungsrate zum Trotz. Betrug der Etat im Jahr 2016 43 Millionen Euro, scheint er 2017 mit 44 Millionen Euro einen Höchststand erreicht zu haben. Für 2018 sind jedoch nur 42,5 Millionen Euro vorgesehen. Dabei ist diese Förderung so wichtig. Eine telefonische repräsentative Befragung von 500 ausstellenden Unternehmen, die in den Jahren 2014 und 2015 am Auslandsmesseprogramm teilgenommen haben (Oktober 2016, Durchführung TNS Infratest im Auftrag des Auma) ergab: Der durch das Programm induzierte Exportumsatz lag bei 4,65 Milliarden Euro für alle, die sich im Jahr 2015 daran beteiligt haben.

Kleine und mittlere Unternehmen führten 15 Prozent ihres Gesamtumsatzes auf Beteiligungen am Auslandsmesseprogramm zurück. Die Hälfte der befragten Firmen haben durch Beteiligungen an deutschen Gemeinschaftsständen mehr Verkaufsabschlüsse verzeichnet. Ebenfalls gaben 50 Prozent der Befragten an, dadurch Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen oder gesichert zu haben. In der Befragung gaben 90 Prozent der Aussteller an, dass sie durch die Teilnahme am Auslandsmesseprogramm die Bekanntheit ihres Unternehmens steigern konnten. 70 Prozent haben neue Kooperations- und Vertriebspartner gefunden. Und Andreas Becker weiß aus Erfahrung: „Viele machen auch untereinander gute Geschäfte.“

Ihr habt den ersten Teil dieser Serie noch nicht gelesen? Dann findet ihn unter den verwandten Artikeln.

Foto: Leipziger Messe International

_ch@expocheck
03. November 201710:06

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