Eine wird fliegen

Eine wird fliegen

Euromold und Airtec ziehen um

Euromold und Airtec ziehen vor die Tore Münchens. Genauer: in den Aero-Expopark Moosburg. Auf dem Messegelände in München macht sich derweil ein neuer Veranstalter mit einer Wettbewerbsveranstaltung an den Start. Expostage rechnet aus dem Stand mit über 400 Ausstellern für seine Expoair.

Sempt 20, 85368 Moosburg. Wer diese Adresse eingibt, landet bei einem Aquapark – und im Oktober beim Aero-Expopark. Der Macher der Messen Euromold und Airtec zieht mit seinen Veranstaltungen vom Messegelände München um nach Moosburg. Die einstige Weltmesse für Werkzeug-, Modell- und Formenbau, Design, Additive Fertigung und Produktentwicklung Euromold soll vom 24. bis 26. Oktober dort stattfinden, die Airtec als internationale Zuliefermesse für die Luft- und Raumfahrt ebenfalls. Im Jahr 2016 hatten beide Messen zusammen nach Aussagen des Veranstalters Airtec in Frankfurt etwa 600 Aussteller. Die sollen alle in dem Aero-Expopark glücklich werden, der nach Aussagen des Airtec-Messemanagements über 100.000 Quadratmeter Eventfläche anbietet und etwa 20 Minuten vom Flughafen München entfernt ist.

Im Jahr 2015 war die Airtec mit Pauken und Trompeten von Frankfurt nach München gezogen. Initiiert wurde der Umzug auf das Messegelände München vom Bavairia, der von der Bayerischen Staatsregierung mit dem Management des Clusters Aerospace beauftragt ist. Dieser Verband, der noch vor wenigen Monaten in der Airtec eine maßgeschneiderte Suppliermesse sah mit dem „Potenzial, ein zentraler Platz in Europa für die Luftfahrt-Zulieferindustrie zu werden“, hat der Messe nun seine Unterstützung entzogen. Er tritt jetzt für die Expoair ein, eine neue internationale Aerospace Technologiemesse, ebenso übrigens wie das Bayerische Wirtschaftsministerium. Besagte Expoair soll schon im November fliegen, 20. bis zum 22. November 2017 – vier Wochen nach der Airtec und auf dem Gelände der Messe München. Die neue Fachmesse wird von Expostage veranstaltet, einem Unternehmen, das eigens zu diesem Zweck gegründet wurde.

Diese zeitliche Abfolge ist schon bemerkenswert. Da wird erst ein Messeveranstalter gegründet – und der wird dann als erstes von staatlichen Stellen unterstützt. Damit fördern sie dessen bis dato einzige Fachmesse, die durch die Cluster-Offensive Bayern abgedeckt wird. Reiner Zufall? Nicht für Jan Brubacher, der bei der neuen Gesellschaft Expostage für PR und Marketing zuständig ist. „Circa 30 Prozent der Luft- und Raumfahrtindustrie Deutschlands befindet sich in Bayern, insofern liegt es auch im Interesse der Bayerischen Wirtschaft, dass sich ein internationales Schaufenster für die Branche und insbesondere die KMU anbietet.“ Im November 2016 seien verschiedene Verbände und Unternehmen aus der Zulieferindustrie der Luft- und Raumfahrt auf Thomas Eisenberg zugetreten, der bereits mit seinem Messebauunternehmen Stagegroup für eben diese als Messebauer tätig war. „Dabei sind Möglichkeiten zur Entwicklung und Planung einer Strategie für eine neue – und im Gegensatz zur bestehenden Veranstaltung – verbesserten Messeplattform besprochen worden.“ Besonders bei der Kommunikation zwischen Veranstalter und Ausstellern sowie der Messeorganisation im Allgemeinen sei großes Optimierungspotenzial gesehen worden.  Seine Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Im März 2017 gründete Eisenberg die neue Tochterfirma. „Ziel und Aufgabe der neuen Veranstaltungsfirma ist die Planung, Organisation und Vermarktung einer neuen Zuliefermesse für die Luft- und Raumfahrtindustrie mit Schwerpunkt auf B2B-Gesprächen. Besonders wichtig war uns als Veranstalter dabei ein offener, professioneller und fairer Austausch mit den Ausstellern“, so Marketingmann Brubacher.

Zwei Messen, zwei Veranstalter, eine Zielgruppe. Die reagiert verunsichert. Im November 2017 wollen „die Neuen“ mit spannenden Vortragsreihen zu aktuellen Themen, B2B-Meetings und einer professionell veranstalteten Fachmesse starten. Nun sind B2B-Meetings allerdings kein Alleinstellungsmerkmal. Auf ihnen fußt auch der bisherige Erfolg der Airtec. Und deren Verantwortliche wollen es in diesem Jahr in Moosburg ordentlich krachen lassen und erwarten für ihre Angebote 18.000 Meetings mit Teilnehmern aus 42 Ländern.

Das ficht die Expoair-Macher nicht an. Jan Brubacher: „Uns war von Anfang an klar, dass wir aufgrund der unklaren Marktsituation und dem Zeitplan ein anspruchsvolles Rennen vor uns haben.“ Deswegen hängt die Latte aber nicht niedriger: 400 Aussteller auf der neuen Expoair hält er für „realistisch“.

_ch@expocheck
03. August 201717:13

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