Wachstumsmarkt Tourismus

Wachstumsmarkt Tourismus

Grenze erreicht?

Der Unmut wird lauter: Nicht nur Mallorca, auch Venedig, Barcelona, Reykjavík und Amsterdam wehren sich immer deutlicher gegen die Folgen, die übermäßiger Tourismus in ihren Städten und Regionen mit sich bringt. Straßen und Wege sind verstopft, die Mieten steigen ins Unermessliche und authentische Geschäfte weichen auf die Bedürfnisse von Touristen zugeschnittene Verkaufsstellen. Die Thematik sorgte 2017 weltweit immer wieder für Schlagzeilen sowie mancherorts für Proteste und Demonstrationen. Und die Problematik dürfte sich weiter zuspitzen: Der ITB World Travel Trend Report 2017/2018 prognostiziert global deutlich weiter wachsende Reiseströme.

„Overtourism  wirkt sich nicht nur direkt auf Destinationen, Sehenswürdigkeiten, lokale Infrastruktur und Anwohner aus, sondern auch auf die Reisenden selbst“, so Rolf Freitag. Der CEO von IPK International bezieht sich auf eine  repräsentative Umfrage, die im Rahmen des World Travel Monitors im September 2017 unter 29.000 internationalen Reisenden in 24 Ländern in Europa, Asien und Amerika durchgeführt wurde. Diese ergab, dass rund 25 Prozent aller internationalen Touristen das Gefühl hatten, dass ihr Ziel in diesem Jahr überlaufen war. Was sich gegen Overtourism unternehmen lässt, wurde im Rahmen der ITB in verschiedenen Formen und Foren diskutiert. Die weltgrößte Tourismusmesse öffnete vom 7. bis 11. März 2018 auf dem Messegelände in Berlin zum 52. Mal ihre Tore. „Overtourism ist das derzeit wichtigste Thema der Branche“, bestätigt auch Simon Press, Messechef des World Travel Market WTM. Die von Reed Exhibitions organisierte Veranstaltungsreihe, deren Flaggschiff Anfang November 2017 in London über die Bühne gegangen ist, hat denn auch Overtrourism zu einem zentralen Thema erkoren. Die Organisatoren setzen sich seit der Etablierung des responsible tourism programme 2006 für verantwortungsvollen Tourismus ein.

Doch nicht nur ein Plus an Reisenden prägt die Branche, wie in allen Lebensbereichen ist es auch die Digitalisierung, die einen starken Einfluss auf das Reise- und Buchungsverhalten nimmt. Entsprechend wird technologischen Innovationen eine Bühne auf den Branchenmessen eingeräumt. „Online- Suchmaschinen, Reise-Apps, Datenbrillen für virtuellen Urlaub – die Digitalisierung hat das Geschäft mit den schönsten Wochen des Jahres massiv verändert. Dabei gehören kleine, innovative und mutige Unternehmen zu den stärksten Innovatoren im Segment Travel Technology“, so David Ruetz, Head of ITB Berlin. Folglich legte die ITB ein Format für diese Unternehmen auf, den E-Travel Start-up Day. An diesem Tag trafen sich Gründer aus Europa, Amerika und Asien auf der E-Travel Stage, um beim Start-up-Wettbewerb über ihre Innovationen im Segment Travel Technology zu informieren. Auch die von Ifema organisierte Fitur hat für ihre diesjährige Ausgabe eine Start-up-Area eingerichtet sowie einen Virtual Reality Space.

Reed Exhibitions surft die Technologie-Welle ebenfalls und stellt seinem diesjährigen WTM London (5. bis 7. November) erstmals die neue Plattform „Trvl>Fwd – The Travel & Hospitality Innovation Summit“ an die Seite. Die Messe mit Konferenz und Buyer-Programm ist eine eigenständige Veranstaltung, die sich auf die nächste Generation an technologischen Lösungen für die Tourismusindustrie fokussieren will.

Foto: Pixabay

kf@expocheck
29. März 201810:56

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